Schwester-Misono-Weg im Baugebiet Velener Straße III
18.06.2026 Reken (bli). In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss am letzten Mittwoch wurde über Straßennamen für das Baugebiet Velener Straße III abgestimmt. Zuvor waren verschiedene Vorschläge vom Heimatverein Reken eingegangen, die sich auf historische Bezeichnungen in diesem Gebiet beziehen, wie Bükkers Diik, Bükkers Weg, zum dikken Stehen, am Hantwiiser, Pfalzgrafenring oder zum Pfalzgrafengrund.
Nach einer kurzen Diskussion stimmten die Fraktionsmitglieder einstimmig für Appelhoff (Planstraße B) und Schwester-Misono-Weg (Planstraße A). Außerdem soll eine Tafel an das ehemalige Hinweisschild, was im Volksmund als Hantwiiser bezeichnet wurde, erinnern. Die Auswahl der Straßenbezeichnung „Appelhoff“ wurde damit begründet, dass der Name möglichst einfach zu verstehen und gut zu buchstabieren sei.
Der Schwester-Misono-Weg erinnert an Theresia Illerhues, geboren am 3. Dezember 1890 in Reken. 1913 legte sie ihr Ordensgelöbnis ab. Als Schwester Leonissa ging sie im gleichen Jahr nach Akito in Japan, um hier für die Steyler Missionsschwestern zu arbeiten. Trotz ihres arbeitsreichen Lebens lernte sie die japanische Sprache und wurde Japanerin. Um ihre Ziele zu verwirklichen, trat sich aus dem Orden aus und gründete den neuen Orden „seishin Aishikae“, um sich um arme, kranke und verlassene Menschen zu kümmern, insbesondere um verwahrloste Kinder und die Betreuung der Alten. Aus Schwester Illerhues wurde Schwester Misono. Im November 1930 zeichnete sie der japanischen Kaiser für ihre Verdienste aus. Durch ihr Engagement änderte sich das Wohlfahrtswesen in dem Land zum Wohle vieler leittragender Leute. 1965 erhielt sie von Bundespräsident Lübke das große Bundesverdienstkreuz und vom Kaiser die 4. Stufe des höchsten Ordens sowie die Ernennung zum Ehrenmitglied des japanischen Kaiserhauses. Nach ihrem Tod am 14. September 1965 wurde in Fujisawa, dem neuen Zentrum des Aishikae-Ordens, ihr zu Ehren eine Bronzestatue errichtet.



































