Für Sanierungsarbeiten bleibt die Mühle geschlossen

19.08.2026 Groß Reken (bli). Aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten bleibt die Turmwindmühle für die nächsten Monate geschlossen. Die über 200 Jahre Rekener Wahrzeichen, die alte „Hillen Mölle“, soll sich zukünftig wieder drehen. 

Seit 1971 nutzt der Heimatverein die Räumlichkeiten in dem unter Denkmalschutz stehenden Bau für seine Ausstellung von historischen landwirtschaftlichen und handwerklichen Gerätschaften. Zusätzlich finden im Erdgeschoss seit 1998 Trauungen statt. 

Trotz der regelmäßigen Nutzung des Gebäudes zeigen sich durch den langen Stillstand diverse Schäden an verschiedenen mühlentechnischen Baugruppen. Das Lager der Hauptwelle, direkt mit den Flügeln verbunden ist, weist teilweise Fäulnisschäden auf.

Mit einer Schelle gesicherte Flügelwelle

Die defekte Flügelwelle wird aktuell nur mit einer Schelle gesichert. Ebenso wurden schadhafte Stellen an Mühlenkappe und dem Kappengrundgestell festgestellt.

Restaurierungsbedarf besteht außerdem an dem gesamten Drehwerk. Die Kappe liegt auf einem Drehkranz. Auf dem mit Rollen ausgestalte Lager sorgt dafür, dass das Dach mittels der Steertwinde drehbar ist und zur Ausrichtung der Flügel nach dem Wind. Dieser Bereich bedarf einer umfangreichen Überarbeitung. Zur Wiederherstellung der Mühlenfunktion gehört die Erneuerung des Sackaufzuges und der Laufbohlen im Kappenboden und die Herstellung der Verbindung vom Getriebe zum Mahlwerk. Des Weiteren ist die Auswechslung der Holzkonstruktion der Flügel und die Verstärkung mit Stahlruten sowie der Austausch des Flügelkranzes erforderlich. Dies sind nur einige Beispiele für die umfassenden Renovierungsarbeiten. 

Der Gemeinderat hatte am 12. November 2024 der Maßnahme zur Wiederinbetriebnahme der Funktionalität der „Hillen Mölle“ zu gestimmt. Die Fördermittel hierfür wurden erst in diesem Jahr genehmigt. Das Mühlenmuseum zieht zurzeit in das Gebäude der ehemaligen Autowerkstatt um. Das gesamte Bauvorhaben plant ein Ingenieurbüro mit jahrelanger Erfahrung im Mühlenbau. Aktuell werden noch die Angebote der Handwerksbetriebe geprüft. Voraussichtlich wird mit dem Bau im Spätherbst 2026 begonnen. Dann werden die Flügel und Flügelwelle sowie die Mühlenkappe mit Hilfe eines Autokranes abgenommen. Ein Notdach schützt übergangsweise das Innere der Mühle. Erst dann kann mit den Sanierungsarbeiten gestartet werden. Aller Voraussicht nach soll das Bauende im Sommer 2027 sein. Eine genaue zeitliche Planung ist aufgrund von Witterungseinflüssen nicht möglich.