Archiv öffnet seine Pforten
Heimatarchiv Reken: Geschichte erleben, entdecken und bewahren
Heimatarchiv gewährt Blick hinter die Kulissen – Tag der Archive am 8. März von 11 bis 16 Uhr
05.03.2026 Reken (pm). Der Heimatverein Reken beteiligt sich mit seinem Archivteam zum ersten Mal am „Tag der Archive“. Am Sonntag, 8. März von 11 bis 16 Uhr gewährt das Heimatarchiv einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Seit dem Umzug im Januar 2025 vom Rathauskeller in den geräumigen Seitenflügel des Vereins- und Bildungszentrums direkt neben der neuen Feuerwache verfügt das Heimatarchiv über moderne Räumlichkeiten.

Speziell für den Tag der offenen Tür haben die zwölf ehrenamtlich tätigen Männer und Frauen ein pralles Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. So werden auf großen Stellwänden rund 750 historische Porträtfotos von Rekenerinnen und Rekenern ausgestellt, deren Namen jedoch nicht vollständig bekannt sind. „Bei der Namenssuche bitten wir deshalb besonders die älteren Rekener um Mithilfe“, sagt Archivleiter Hermann-Josef Holthausen.

Das im Laufe von sieben Jahrzehnten stetig gewachsene Heimatarchiv hat sich zum Gedächtnis Rekens entwickelt. Die spürbar verbesserte technische Ausstattung erleichtert dem Team die immer wichtigere Digitalisierung historischer Dokumente und Bilder. „Wir haben inzwischen auch eine Datenbank mit über 15.000 Todesanzeigen aufgebaut, die wir Interessierten demnächst über ein webbasiertes Recherche-Tool zugänglich machen möchten“, verrät Claas Wübbeling.

Einen starken Zulauf erleben die deutschen Archive in den letzten Jahren durch Menschen, die ihre eigene Familiengeschichte erforschen. Auch auf diesem Gebiet ist das Heimatarchiv gut aufgestellt. Es verfügt über einen Fundus an Datenmaterial, der Aufschluss gibt über Geburten, Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle. Das Archivteam hilft interessierten Besuchern hier bei der Suche nach den Vorfahren und kann auch persönliche Familienstammbäume erstellen.

In Vorträgen, Präsentationen und Führungen gewährt das Archivteam einen Einblick in sein Schaffen. Alte Dokumente und Schriftstücke sind häufig in Sütterlin und Kurrentschrift verfasst worden. Schreibschriften, die heute nur noch schwer zu entziffern sind. Dazu gibt’s Anekdoten und wissenswerte Hintergründe.
Wissenswertes über die Rekener Familien Kipp und Metzger können die Besucherinnen und Besucher in einem Vortrag über alte Dokumente dieser Familien erfahren.
Auch an die jungen Besucher hat das Heimatarchiv gedacht. Es gibt Aktionen für Kinder wie etwa: Male dein eigenes Familienwappen, eine historische Wimmelbild-Suche, das Schreiben auf einer alten Schultafel und ein Redensarten-Quiz.
Eine dringende Bitte: Wer noch Feldpostbriefe aus den beiden Weltkriegen sowie Hof- oder Familienakten zuhause aufbewahrt, möchte diese Dokumente gerne mitbringen. Das Team des Heimatarchivs bietet an, diese Schriftstücke zu digitalisieren und gegebenenfalls zu transkribieren.
Weil der Tag der Archive mit dem Weltfrauentag zusammenfällt, gibt es ein passendes Rahmenprogramm. Edith Weber und Regina Wiesemann-Hengemühle (beide Akkordeon und Gesang) sorgen um 11.15 Uhr für eine musikalische Eröffnung. Das Duo präsentiert den Hildegard-Knef-Klassiker „Für dich soll’s rote Rosen Regnen“ und den Song „Brot und Rosen“, den streikende US-Textilarbeiterinnen 1911 gesungen haben.
Abgerundet wird das Programm durch eine Ausstellung zum Leben und Wirken Rekener Frauen, darunter die Ordensschwestern Mary Prema Pierick und Therese Illerhues-Misono sowie die Künstlerin Agatha Schwering.
Das Heimatarchiv ist mittwochs von 17 bis 18 Uhr regulär geöffnet.
Titelbild: Der Herr der Bücher: Karl-Otto Biedermann führt die Bibliothek mit historischen Sachbüchern. Einige doppelte Exemplare können am kommenden Sonntag gegen eine Spende erworben werden.
Alle Fotos: Heimatarchiv Reken



































