Fassungslos vor Freude..

Von Gaby Eggert
6.9.2016 Maria Veen.Bewerbernotstand an der Vogelstange? Gibt’s in Maria Veen scheinbar nicht. „Wir haben schon welche zurückgeschickt, damit wir nächstes Jahr auch noch welche haben“, scherzte Manfred Inhester, der Vorsitzende des Bürgerschützenverein Middelbauerschaft.

Er ist froh, dass er die Sorgen anderer Vereine nicht teilen muss, und dass es in dem Ortsteil noch genug Schützen gibt, die sich am Königschießen beteiligen und dadurch helfen, auch die Tradition des seit 1580 bestehenden Dorffestes zu erhalten.
Der Verein hatte an diesem ersten Septemberwochenende trotz nicht so günstiger Prognosen dann doch noch massig Glück mit dem Wetter. Der Umzug erfolgte sehr zur Freude der Beteiligten bei schönem Spätsommerwetter durchs Dorf . „Mit der Kutsche zu fahren, das ist doch immer ein schöner Höhepunkt des Festes“, so Manfred Inhestern. An beiden Abenden sei das Zelt voll gewesen, freute sich der Vorsitzende.














Am Montagmorgen wurde nach Abfragen des Wetterberichtes entschieden den Kampf um die Nachfolge des Königspaares Bertholt Gerwert und Cilli Rösing an der Vogelstange im lauschigen Wesselings Büschken stattfinden zu lassen. Gegen 12 Uhr ging es nach den traditionellen Ehrenschüssen auch schon los. Zahlreiche Schützen setzten dem Vogel derart zu, dass gegen 13 Uhr erstmal eine Schießpause eingelegt wurde. In dem Tempo bekam auch niemand so recht mit, wer sich denn eigentlich die Insignien gesichert hatte.

„350 Schuss verträgt er“, prognostizierte der Vogelbauer Heinz Böckenberg. Es waren 459, aber das passte wohl, denn die Kontrahenten landeten ja nicht nur Treffer.
Gegen 14 Uhr gab es dann noch mal eine kurze „Pipipause“ für den Schießmeister Andreas Dehling, der zwischendurch einfach keine Zeit fand, mal eben zu verschwinden. Nahtlos löste ein Schütze den anderen am Gewehr ab. Und dann wurde es ernst, der Vogel lockerte sich. Thomas Fragemann, Richard Inhestern, Manfred Röhling und Martin Inholte gönnten dem Gewehr keine Pause, der Schießflow hatte wohl eingesetzt. Meine Güte war das ein spannender Kampf.
Thomas Fragemann wollte König werden, da vor 10 Jahren seine Frau Regentin in Maria Veen war. Manfred Röhling hatte einfach Lust dazu und die beiden anderen haben es schon mehrfach versucht. Wobei der Präsident Richard Inhestern schon Angst hatte, das ein „Fluch“ auf ihm läge, so wurde erzählt, denn sein Nachbar Helmut Schober brauchte 25 Jahre bis er den ersehnten Titel erhielt.















Nun, um 14.18 Uhr hatte Inhestern es geschafft. Der Präsident wurde König. Ausgemacht war schon vor Jahren das Ilona Inholte seine Königin werden würde, wenn es denn mal klappt, erzählte sie. Jedes Jahr hätten die betroffenen Damen Ilona Inholte und Anita Inhestern an der Vogelstange gezittert, wenn ihre Männer zum Gewehr liefen. „Aber dies Jahr haben sie gar nicht davon gesprochen“, erzählte die Schützenkönigin mit strahlenden Augen und großer Freude. Genauso freute sich Richard Inhestern, der sein Glück gar nicht fassen konnte, als er die ersehnte Königskette endlich in Empfang nehmtn konnte.

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