"Schon immer sind mir grüne Aspekte in meiner politischen Arbeit wichtig gewesen"

Text: Gaby Eggert, Foto privat
23.6.2014 Reken. Nein - ein Wendehals sei er nicht und gedreht habe er sich auch nicht wirklich. Und leichtfertig habe er die Entscheidung schon mal gar nicht getroffen, ein Wahlbetrug sei das für ihn auch nicht. Die „Rede" ist von Bernhard Lammersmann, der von der FDP zu den Grünen gewechselt ist und damit für einen „Aufschrei" in den politischen Lagern der Gemeinde gesorgt hat.


25 Jahre, einen Monat und elf Tage war der 49 Jahre alte Diplom-Agrar-Ingenieur Bernhard Lammersmann, Mitglied in der FDP, das weiß er ganz genau. „Als ich seinerzeit eingetreten bin, habe ich mich schon damals zwischen den Grünen und der FDP, zugunsten der liberalen Partei entschieden", so Lammersmann.
Seine Entscheidung vor 25 Jahren für die FDP und gegen die Grünen begründete er in den extremen Flügelkämpfen der Realo-Grünen contra Fundi-Grüne vor 25 Jahren.
Außerdem habe ihm der Unabhängigkeitsgedanke, sowie das freie und offene Denken in der damaligen FDP vor 25 Jahren gefallen. Nach mehreren Versuchen brachte im Jahr 2005 eine erneute Initiative einen Ortsverein in der Windmühlengemeinde zu etablieren, Erfolg. Lammersamnn wurde im Jahr 2009 als Spitzenkandidat der FDP Mitglied im Rat der Gemeinde. Aber: „Schon immer sind mir grüne Aspekte in meiner politischen Arbeit wichtig gewesen", sagt er und nannte Themen wie Energieversorgung, nachhaltige Mobilität oder den Blick auf die Landwirtschaft von der nachhaltigen und nicht von der nur nutzungsorientierten Seite her und: "Ich habe für mich den Entschluss gefasst, dass sich auch die liberalen mit diesen Themen beschäftigen sollen", sagt er rückblickend. Natürlich wären dadurch auch parteiinterne Kollisionen mit konservativen FDP-lern vorprogrammiert gewesen.
Mit viel Einsatz haben es die Mitglieder der FDP Reken in diesem Jahr geschafft, alle Wahlkreise zu besetzen. Doch: „Wir sind wohl auch für die Bundespolitik abgestraft worden", so Lammersmann. Nur noch 3,9 Prozent der Stimmen habe die liberale Partei erhalten und nur einen Sitz im Rat und keine Fraktion.
Bei den gemeinsamen Beratungen der Parteien zu der konstituierenden Sitzung habe sich für ihn herauskristallisiert, dass eine einsame Arbeit an der „Front" keinen Sinn mache. Angebote zur Zusammenarbeit habe er von fast allen Parteien erhalten, sagte er. Alle Angebote habe er intensiv und mit Rücksprache im engeren Kreis in allen Aspekten abgewogen.
So habe er sich dazu entschlossen seinem grünem Herzen nachzugeben und zu den Grünen zu wechseln. Dabei sieht er die Kommunalwahl eindeutig als Personalwahl an und den Vorwurf des Wahlbetrugs als nicht gegeben. Doch „Wenn das anwaltlich geprüft wird, wie von Karl Heinz Busen MdL, angekündigt, ist das für mich in Ordnung", sagt er, Und:" Damit haben wir dann Klarheit in der Sache und die Spekulationen über Wahlbetrug müssten sich dann erledigt haben."
Seinen Platz im Gemeinderat behält er, außerdem sitzt Bernhard Lammersmann künftig für die Grünen, im Haupt- und Finanzausschuss, sowie im Wahlprüfungsausschuss.

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