Auf einen Kaffee mit Karin Nagel

8.6.2015 Maria Veen (geg). Kinder wie die Zeit vergeht. In diesem Jahr werden die Maria Veener Theatermäuse bereits 20 Jahre alt. Und das soll gefeiert werden. Die „Obermaus" und Gründerin der Truppe ist Karin Nagel. Aber sie erwähnt gleich „Ohne die Hilfe von Müttern und weiteren Theaterbegeisterten hätte ich das gar nicht alles auf die Beine stellen können.

Allen voran natürlich auch ihr Ehemann Klaus. „Der nimmt sich sogar Urlaub wenn wir eine Aufführung haben", erzählt sie.
Warum sie das macht? Ganz spontan antwortet sie: "Weil mir das riichtig viel Spaß macht, weil ich selbst gern Theater spiele". Sie habe selbst als Kind schon in der Elleringschule auf der Bühne gestanden, danach im Benediktussaal. Ihr Vorbild sei auch ihr Vater gewesen, der Karmeval immer in der Bütt gestanden habe.
Karin Nagel leitet die "Heubachlechen" und seit Beginn ihrer Tätgikeit in der OGS auch dort eine Theatergruppe.


Als Karin Nagel vor 21 Jahren ihre Stelle in einem Kindergarten aufgab, suchte sie eine neue Aufgabe: „Ich suchte ein Hobby", erzählt sie. Der Zufall wollte es, dass ihre Tochter Mareike (3. Schuljahr) damals in der Schule ein Theaterstück probte und sie mit viel Freude half, das Stück aufzuführen. Sie habe die damalige Schulleiterin Ilse Sahm gefragt, ob sie nicht eine Theatergruppe gründen könne und Ilse Sahm hat „Ja" gesagt.
24 Kinder hätten sich direkt angemeldet, finanzielle Unterstützung gab es vom Förderverein der Schule. Jeden Freitag probte sie zwei Schulstunden lang mit den Kindern. Das erste Stück was für die Eltern der Kinder aufgeführt wurde, war „Joshi". Die Gruppe veranstaltete Mini Playbackshow's und erfreute die Bewohner des Altenheimes mit ihren Aufführungen.
„Ziemlich zu Beginn wurden schon Kontakte zu körperbehinderten Kindern des Wohnhauses Don Bosco geknüpft", erinnert sich Karin Nagel. Nach zwei Jahren wurde die Gruppe von Pater Armin in die Pfarrjugend integriert. Fortan wurde im Pfarrheim geprobt und gespielt.


Für die Kostüme standen immer einige Mütter mit ihrer Nähmaschine parat, die Notwendiges zauberten. „Unzählige Bettlaken haben wir gefärbt," so Karin Nagel, die heute Leiterin der OGS an der Elleringschule ist. Auch Eltern zeigten sich spendabel und sorgten für den Kostümfundus.
Im Jahr 1999 gab es erste Aufführungen in der Overbergschule. „Die kleine Hexe" , von Karin Nagel umgeschrieben, erlebte ihre Premiere. Daran erinnert sich die 48jährige Maria Veenerin noch gut: „Das war eine Katastrophe, es gab keine Mikro und Musikanlage dort." Die Kirchengemeinde sorgte dann dafür, dass die Theatermäuse mit dem entsprechenden Equipment ausgerüstet wurden. Auch die ersten einheitlichen Sweatshirts bekamen die theaterbegeisterten Kinder, denn fortan gingen sie auch auf „Tournee".
Die musikalische Leiterin erzählt: „Wir haben die Wassertropfenreise auf der LAGA in Gronau gesungen, sind im Barbarahaus Dülmen aufgetreten, Nachbarschaften laden uns immer wieder ein, auch auf Goldhochzeiten haben wir unter anderem schon gesungen und wir gestalten seit vielen Jahren die Weihnachtsfeier des CBF im RekenForum mit, auf dem Weihnachtsmarkt bei Schneermann sind wir auch präsent."


Ganz wichtig ist es Karin Nagel, auch Kinder mit Handycap zu integrieren."Inklusion ist ja heute DAS Thema, aber man muss das auch zulassen, ich mache das bereits seit 18 Jahren", so Karin Nagel. Kinder die zum Beispiel Probleme mit dem Lesen haben, haben schon von Anbeginn zum Lernen eine Kassette mit dem Stück erhalten. Heute werden generell an die Kinder CD's zum Lernen verteilt.
Spielten die Theatermäuse in den Anfängen ausschließlich im Theatersaal von Haus Maria Veen, sind sie heute auch in die örtlichen Kinderkulturtage integriert und führen ein Stück im RekenForum auf. Je nachdem wieviel Zeit sie übers Jahr haben, stehen zwei Aufführungen an. „Dadurch sind die Kinder immer im Lernprozess", so Karin Nagel.
Meist kommen die kids ab dem dritten Schuljahr und blieben bis zum 6./7. Schuljahr. „Sie wandern dann ab in andere Gruppen, aber das ist normal in dem Alter", so Karin Nagel. Was sie von den Theatermäusen mitnehmen ist die Fähigkeit sich in Sprache um Mimik auszudrücken und sie wissen was Teamfähigkeit bedeutet. Die Gruppenleiterin erklärt: „Sie müssen ja miteinander klar kommen, wenn nur einer seinen Text bei einer Probe nicht kann, hakt das komplette Stück und das wissen die Kinder ganz schnell, dass das nicht geht". Selbstbewusstsein ist auch ein Thema an dem unwillkürlich gearbeitet werde, indem sie lernen sich vor einer Menschenmenge zu präsentieren.
Zwischen 350 und 400 Kinder sind in all den Jahren durch ihre Hände gegangen. Die genaue Zahl weiß sie gar nicht. Aber Karin Nagel möchte alle noch einmal gemeinsam auf die Bühne bringen. Und zwar im November. Dafür plant sie Aufführungen an insgesamt drei Tagen mit dem Kindermusical von Rolf Zuckowski „Der kleine Tag".
Einige Zusagen hat sie schon, obwohl sie noch nicht groß in die Werbung gegangen ist.

Doch jetzt steht erst einmal das Musical „Der Sängerkrieg der Heidehasen" auf dem Programm. Die Öffentlichkeit ist dazu am 18.6. um 17 Uhr in den Theatersaal von Haus Maria Veen eingeladen.

 

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