Auf einen (Abschieds)Kaffee mit Pater Marion

Von Gaby Eggert
21.8.2015 Reken. Irgendwann kommt jeder in seinem Leben an einen Punkt, an dem er sich fragt, ob er das was er macht, sein Leben lang so weiter machen möchte. So war es auch bei Pater Mario, der an einem Punkt ankam, an dem er feststellte, dass er in Zukunft weniger Verantwortung tragen wolle. .Ich bin nicht der Typ Chef zu sein", sagt Pater Mario.

Diese Entscheidung, die ihm nicht leicht fiel, hat für ihn den Abschied von der Kirchengemeinde St. Heinrich zur Folge. Eine Entscheidung mit der es ihm gut geht, aber es ist gleichzeitig auch ein Abschied der ihm schwer fällt. Im Moment kommt er aber gar nicht dazu, großartig darüber nachzudenken, denn die letzten Tage sind neben dem üblichen „Tagesgeschäft" angefüllt mit Hausbesuchen und organisatorischen Dingen für die Übergabe an den neuen Pfarrer der Gemeinde. Mit diesem hat er Mitte September einen Termin, um alles Notwendige in Ruhe besprechen zu können. Die Amtszeit von Pastor Thomas Hatwig beginnt am ersten Advent. Bis dahin übernimmt Pater Hubert die Pfarrverwaltung.
Pater Mario Muschik (41J), der in Obernburg-Eisenach(Bayern) seine Kindheit und Jugend verlebte, verfolgte in seiner Jugend zielstrebig seinen Wunsch Priester zu werden. So trat er nach dem Abitur in den Orden der Mariannhiller Missionare ein. begann sein Theologiestudium, absolvierte ein einjähriges Praktikum in Simbabwe absolvierte die praktische Ausbildung in einem Pastoralkurs und wurde schließlich im Jahr 2001 zum Priester geweiht.
Bevor er im Jahr 2006 die große Aufgabe die fusionierte Kirchengemeinde St. Heinrich zu leiten, übernahm, war er ein halbes Jahr Pfarrverwalter in zwei kleineren Gemeinden. „Ich war überrascht wieviel Einrichtungen in Trägerschaft der Kirche sind", so Pater Mario, der das aus Bayern so nicht kenne. Kindergärten, Altenheim, Friedhöfe - insgesamt mehr als 20 Gebäude habe er neben seinen seelsorgerischen Aufgaben zu verwalten. „Das ist eine Menge Verantwortung die zu tragen ist und was ich so nicht erwartet habe", sagte er. Was er betont: "Der Kirchenvorstand hat mich immer unterstützt ."
„Die Durchführung der Fusion war schwierig und einfach zugleich", berichtet Pater Mario. Er sei froh, um jeden der merke, dass kleine Gemeinden heute nicht mehr allein existieren können, dass man nur in der Gesamtheit etwas auf die Beine stellen könne.
Einen geregelten Alltag hat es für den Pfarrer nicht geben. „Immer gab es Höhen und Tiefen, jeder Tag war eine neue Herausforderung", umschreibt er seine Tätigkeit. Die Lebendigkeit der Gemeinde sei dabei sehr unterschiedlich.
Mit Pfarrer Dirk Fleischer habe sich eine Freundschaft entwickelt, eine gelebte Ökumene sei für ihn immer selbstverständlich gewesen.
Gern denkt Pater Mario an die Schützenfeste die er mitfeierte. „Ich finde es schön, dass dann die ganze Dorfgemeinschaft- Jung und Alt- zusammenkommt". Geschätzt habe er während seiner Zeit in Reken auch die immerwährende Einsatzbereitschaft vieler Gemeindemitglieder.
Hätte er sich mehr Kirchenbesucher gewünscht? „Sicherlich", sagt er, aber: "Es hilft nicht wenn wir die Vergangenheit als Maßstab nehmen". Die Kirchen wären für heutige Verhältnisse zu groß. „Wenn 200 Gemeindemitglieder zum Gottesdienst kommen, ist das in Ordnung, aber doch frustrierend wenn vorne 10 Bänke leer bleiben" sagt er. Viele Faktoren macht er für dafür verantwortlich: „Den Glauben öffentlich zu leben, das spielt heute für viele Menschen keine große Rolle mehr, die Kirche ist für viele Christen nicht mehr glaubwürdig, viele Menschen haben den Glauben nicht mehr im Blick und auch die großen Veränderungen im Arbeitsleben führen dazu, dass die Menschen der Kirche fern bleiben".
Wenn er am 1. September die St. Heinrich Gemeinde verlässt wird er ab Oktober eine Zeit der inneren Einkehr verleben. Im September wird sich entscheiden, welche Aufgabe er im neuen Jahr dann übernimmt.
Am Sonntag hat die Gemeinde die Möglichkeit sich von Pater Marion zu verabschieden. Gemeinsam wird zunächst ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert. Anschließend hat jeder der möchte im RekenForum die Gelegenheit ihm persönlich „Auf Wiedersehen" zu sagen.

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