Josef Niewerth nachträglich ausgezeichnet

Von Gaby Eggert
15.12.2015 Bahnhof Reken. Josef Niewerth aus Bahnhof Reken bekommt am Montag eine Auszeichnung des russischen Innenministeriums für seine humanitäre Hilfe die er von 1990 bis zum Jahr 2000 in Russland und Weißrussland geleistet hat. Dafür reist am kommenden Wochenende eine dreiköpfige Delegation an,


Wie es dazu kam? Das ist eine lange, nein eigentlich verbergen sich dahinter mehrere lange Geschichten, die ein Buch füllen könnten.
Bei einem Kaffee versuchte Josef Niewerth, der dazu einige Kartons mit Fotos zur Hand nahm, die Geschichte auf den Punkt zu bringen. Das war nicht einfach Viele Erinnerungen kamen dabei hoch, so dass er dazu neigte immer wieder abzuschweifen, weil ihm die eine oder andere Begebenheit einfiel.
Alles nahm seinen Lauf, als Josef Niewerth als Landesbediensteter im Jahr 1990 Computer nach Brest bringen und installieren musste. Schon damals nahm er einen Hänger voll Hilfsgüter mit in die Stadt. Im Laufe der Jahre unterstützte er das THW, das dort ebenfalls humanitär im Einsatz war.




















Er unterstützte eine Kinderklinik in Brest und auch ein Hospiz in Pinsk. Niewerth erinnert sich: „Von Langnese Iglo bekam ich unter anderem Milchpulver. Die Bewohner des Hospizes waren überglücklich so ein für sie köstliches Getränk genießen zu können", erzählt er. Der Bahnhof Rekener schaffte 250 ausgediente Rollstühle des Benediktushofe rüber und regelmäßig auch Medikamente in Krankenhäuser. Niewerth erzählt: „Hier wurde ich immer tatkräftig von Ärzten und Apotheken unterstützt." Unterstützt hat Niewerth auch ein Kinderheim im russischen Smolensk.


Bei seinen Reisen entwickelte der Bahnhof Rekener, der auch Maler und Mitglied der Rekener Farbmühle ist, eine Sammelleidenschaft von Werken russischer Künstler.
Durch seine sympathische und offene Art fiel es im nicht schwer auf die Menschen zuzugehen. Die Mentalität der Bevölkerung im Osten machte es ihm aber auch leicht, sagt er, denn: "Die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit, die Großzügigkeit und die Art mit Gästen umzugehen, hat mich von Anfang an begeistert." Viele Freundschaften sind so entstanden.
Unter anderem lernte er  den mittlerweile verstorbenen Maler Nicolai Tchurabo aus Weißrussland sehr gut kennen, was die Familie des letzteren mit einschließt „Ich durfte zeitweise einige Tage in seinem Atelier verbringen und ihm bei seiner Arbeit zuschauen. Diese zehn Jahre, in denen ich diese Leute immer wieder besucht habe und auch oft mit Dingen, die bei uns selbstverständlich sind, versorgen konnte, möchte ich nicht mehr missen", erzählt er.
Viele Bilder des Künstlers habe er erworben und in seinem Haus aufgehängt.
Die Hilfslieferungen hat er im Jahr 2000 eingestellt, „Präsident Lukaschenko sah das nicht gern und hat unsere Arbeit erschwert", so der Grund. Seine Liebe zu dem Land ist aber weiter gewachsen. Er war Ehrengast der Stadt Brest, als diese das 50jährige Kriegsende feierte. Elvira Kunina, die Kulturdezernentin der Stadt Moskau gehört zu seinem Freundeskreis, genauso wie Michael Podgani.


Im letzten Jahr gab es in Brest eine Ausstellung zum 100. Geburtstag des verstorbenen Künstlers Nikolai Tchurabo, zu der er eingeladen wurde. Dort wurde er von jemanden- Niewerth erinnert sich nicht mehr wer das war- angesprochen und gefragt ob er für seine humanitäre Hilfe noch nachträglich eine Auszeichnung annehmen würde.
Er habe ja gesagt und zunächst nichts mehr davon gehört. Bis im Sommer diesen Jahres. Aber da war er unterwegs. In Russland. Innerhalb von sieben Wochen hat er die südliche Grenze von Russland abgefahren bis zum Baikal See. Dann fuhr er über die Mongolei zurück nach Wladiwostock. Er fuhr über die Seidenstraße bis zum Kaspischen Meer, blieb eine Woche dort und erkundigte das Umland. Insgesamt fuhr er 27.000km. Nur er und sein Hund. Aber das ist eine andere Geschichte.

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