Portrait: Karin Kaiser

04.07.2017 Groß Reken (bli). Am 7. Juli ist es soweit, dann wird Karin Kaiser, Schulleiterin der Michaelschule in Groß Reken, verabschiedet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge tritt sie nun aus familiären Gründen ihren Vorruhestand an.

 

Ein Lachendes, weil sie sich auf das freut, was danach kommt und ein Weinendes, weil sie ihren Beruf geliebt hat. Für sie standen die Kinder immer im Mittelpunkt. Gemäß ihrem Lebensmotto „Nulla tenaci invia est via“, was übersetzt heißt „Für den Hartnäckigen ist kein Weg unpassierbar“ folgte sie ihren beruflichen Weg als Lehrerin.

Karin Kaiser hatte bereits früh den Wunsch den Beruf des Grundschullehrers zu ergreifen. Im Jahr 1954 in Kamen geboren, wuchs sie aber dann in Unna auf, wo sie auch ihr Abitur absolvierte. An der Pädagogischen Hochschule in Göttingen studierte sie Lehramt für Grund- und Hauptschule mit dem Stufenschwerpunkt Grundschule und Orientierungsstufe (Fächer: Deutsch und Geschichte). Nach weiteren Stationen an verschiedenen Schulen in Witten, Wetter, Hagen, Bottrop und Wulfen wechselte Karin Kaiser im Jahr 1991 zur Michaelschule in Groß Reken. Sie liebte schon immer das Münsterland, zog damals aber aus privaten Gründen nach Velen.

Ein großes Ereignis ist ihr besonders in Erinnerung geblieben. Im Jahr 2001 erfolgte die Umwandlung der Michaelschule von einer katholischen Grundschule zu einer Gemeinschaftsgrundschule. Diese Veränderung stand im Zusammenhang mit ihrer Ernennung zur Konrektorin der Schule, weil Karin Kaiser der evangelischen Kirche angehört und nicht der katholischen. Um Kinder mit Defiziten, wie beispielsweise Lese- und Rechtschreibschwächen, entsprechend fördern zu können ließ Karin Kaiser sich im Jahr 2004 zur Lerntherapeutin weiter ausbilden. Im Jahr 2009 wurde sie zur Rektorin der Michaelschule ernannt.
Während ihrer Zeit als Schulleiterin gab es an der Grundschule einige Veränderungen. Dazu gehörte auch die Einrichtung und der Ausbau der Offenen Ganztagsschule (OGS) in Groß Reken in den Räumen des Vereins- und Bildungszentrums. Als Verkehrssicherheitskonzept wurde für die Grundschüler ein „Walking-bus“ eingerichtet. Dabei begleiten Eltern oder Lehrer die Kinder in Gruppen zur Schule oder auch zur OGS. Um Schulanfängern den Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule zu erleichtern, gibt es gemeinsame Workshops in der Michaelschule. Zur Schulgestaltung arbeiten die 4. Klassen mit Veronika Wenker künstlerisch zusammen und der Förderverein richtete im Schulgarten ein grünes Klassenzimmer ein. Karin Kaiser erlebte auch das Projekt „Trommelzauber“ als etwas ganz Besonderes. Lehrer und Schüler tauchten ein in afrikanische Kulturen. Insbesondere wird sie sich immer an die Gemeinschaft und die Entwicklung des „Wir“-Gefühls erinnern.
Karin Kaiser hatte sich für den Schulalltag Ziele gesetzt, von denen sie vielleicht nicht alle erreicht hat, aber viele. Insbesondere die offene Art des Kollegiums, sowie die Bereitschaft mitzuarbeiten, gehören zu ihren Errungenschaften. Ebenso die Schulentwicklung zur Ganztagsschule, die Inklusion, als auch die Unterrichtsentwicklung mit individualisiertem Lernen und den Teamgeistern gehören dazu. Die Kinder sollen sich wohlfühlen und das Miteinander in der Klasse muss stimmen, war für Karin Kaiser immer wichtig.
Nun beginnt mit dem Vorruhestand ein neuer Lebensweg. Um erstmal Körper und Seele zu entspannen wird sich Karin Kaiser mit ihrem Mann und ihrem gemeinsamen Hund entlang eines Jakobsweges in Deutschland auf Pilgertour begeben. Danach stehen weitere Veränderungen an. Zur Zeit schwebt ihr vor, den Lebensmittelpunkt zu verlagern. Sie möchte wieder unabhängiger und nicht an einem Ort gebunden sein. Auch wenn die historischen, englischen Rosen im Garten zu ihrem größten Hobby gehören. „Alles hat seine Zeit“ und „Ich bin eine Europäerin“, beschreibt sie sich selber. Doch ihr Lebensmotto „Für den Hartnäckigen ist kein Weg unpassierbar“ wird sie immer beibehalten.

 

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