5.5.2015 Klein Reken. Unter dem Motto "Zeit für mich - Zeit für Gott" pilgerte die Klein Rekener Kolpingsfamilie wieder zum Paulus Dom nach Münster. Den Alltag entschleunigen, Natur und Teamgeist erleben, mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen, sich an verschiedenen Orten spirituell bereichern lassen sowie sich selbst erfahren und dadurch eventuell einen inneren Wandel vollziehen.

Dies sind sicher einige Aspekte für die 31 Fuß- und 15 Radwallfahrer auf ihrem langen Weg zum Dom in Münster. In ihrem Leitfaden „Zeit für mich – Zeit für Gott" hatten Gertrud und Margret Mecking sowie Agnes Knippschild den Teilnehmern u.a. 10 praktische Pilger Ge(h)bote mit auf den Weg gegeben: 1. Geh 2. Geh langsam 3. Geh leicht 4. Geh einfach 5. Geh alleine 6. Geh lange 7. Geh achtsam 8. Geh dankbar 9. Geh weiter 10. Geh mit Gott.
Um kurz vor 3 Uhr konnte Organisator Hubert Breuer am Pfarrheim auch wieder etliche „Neulinge" begrüßen, die sich etwas skeptisch, aufgeregt und erwartungsvoll den Herausforderungen einer 57 km langen Wegstrecke stellten. Das Wetter spielte entgegen der Vorhersagen mit, 12 Grad, trocken und leichter Rückenwind. So wurden die ersten 16 km bis Hausdülmen ziemlich schnell, locker mit viel Spaß in Gesprächen und Gebeten zurückgelegt.
Es ist ein tolles Gefühl in so einer großen Wallfahrtsgruppe mitlaufen zu können, das Kreuz immer vorweg, im guten Gefühl des Teamgeistes netter Mitmenschen sowie geborgen bei Gott, der Schutz und Stärke gibt.
In Kreuzwacht´s Scheune in Börnste hatte die gute Seele der Wallfahrt, Begleiter Wolfgang Wortmann kurz vor 6:00 Uhr ein reichhaltiges Frühstück mit heißem Kaffee und 110 belegten Brötchen vorbereitet, welches in keinem Cafe besser sein könnte.
Gut gestärkt ging es dann beim Licht des neuen Tages, reichlich Vogelgezwitscher und vielen Naturschönheiten weiter nach Karthaus. Der Text „Ich brauche jemanden" in der dortigen Morgenandacht erinnerte daran, wie wichtig es ist, sich in verschiedenen Lebenssituationen auf jemand anderes verlassen zu können, der mich auch in den Arm nimmt.
Auf der nächsten Etappe setzte Nieselregen ein, doch unser Team war sehr homogen, blieb stets eng beieinander und verscheuchte mit dem nächsten Rosenkranzgebet das schlechte Wetter. Bis Münster blieb es trocken, durch Unterhaltung, Gebet und regelmäßige Pausen mit angenehmen Stärkungen aus dem Begleitfahrzeug, vergingen Kilometer, Zeit und manchmal aufkommende Müdigkeit sehr schnell.
Auf dem Hof Plogmaker wurden wir nach 38 km zum mittäglichen Angelusgebet wieder herzlich von der Familie begrüßt. Im Haus Wessing in Bösensell war dann eine längere Mittagspause, das erste Treffen mit den Radfahrern und Zeit für die Pflege von kleinen Wehwehchen.
Danach fällt es den Teilnehmern sichtbar schwer wieder in die Gänge zu kommen. Dabei hilft dann immer wieder das stärkende Gebet des schmerzhaften Rosenkranzes sowie der stete Ansporn der Mitpilger. Es ist auch immer wieder interessant, wenn sich unterwegs neugierige Menschen erkundigen, was denn da los sei. Man wurde aber nicht komisch angesehen, weil man auf einer Wallfahrt mitgeht, sondern als Gruppe eher bewundert. Gemäß unserem Leitmotto ist es schon eigenartig, wie viele in den Himmel kommen wollen – vorausgesetzt, sie müssen nicht glauben, nicht denken, nichts sagen, nichts tun.
Planmäßig um 17:30 Uhr standen wir dann endlich vor dem Ziel, dem Paulus Dom in Münster. Müde und ausgelaugt, mit brennenden Füssen und Beinen aber glücklich und sichtlich stolz wurden wir von einem Spalier der Radfahrer und Abholer beklatscht.
Man kann jedem nur empfehlen einmal auf dieser Wallfahrt mitzugehen, denn trotz eines langen Tages und Weges macht es sehr viel Spaß, man ist unglaublich stolz auf sich selbst, wenn man es geschafft hat und zum Abschluss sich alle gegenseitig abklatschen und zu ihrer Leistung gratulieren. Die Neulinge werden es bestätigen können.
In der gemeinsamen Abschlussandacht in der Marienkapelle fasste Diakon Heinz Wolf das Wesentliche noch mal zusammen: Ähnlich einem Navi beim Auto muss man Gott beim Weg durch unser Leben bedingungslos vertrauen, aufmerksam Hinhören und sich nicht von anderen ablenken lassen. Gott führt uns sicher durchs Leben, so auch an diesem Tag als es am Ende hieß: "Sie haben das Ziel erreicht." Beim abendlichen Ausklang im Pfarrheim waren sich die Teilnehmer einig, das der Mensch nur durch das Gehen des eigenen Weges zu sich selber kommen kann.
Also wollen sie sich am 30. April 2016 wieder einen Samstag Zeit für sich und Gott nehmen zur nächsten Wallfahrt nach Münster.

Hubert Breuer zur Münsterwallfahrt am 25.04.2015

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