16.9.2015 Reken/Rostock. Rund 400 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland haben in der vergangenen Woche an der 23. Bundeskonferenz der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen in Rostock teilgenommen. Unter ihnen auch Sabine Retnmeister, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Reken.

Insgesamt neun Gleichstellungsbeauftragte aus dem Kreis Borken, präsentierten anlässlich des 20-jährigen Jubiläums ihres „Netzwerkes der kommunalen Gleichstellungsbeauftragen im Kreis Borken" ihre Projekte und Materialien an einem eigenen Stand.
Besonders begehrt war die eigens zum Jubiläum vom Netzwerk kreierte Sonderbriefmarke zum Internationalen Frauentag, die auch die Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig gerne entgegennahm.
Die Teilnehmerinnen der Konferenz befassten sich mit vielen aktuellen Themen, unter anderem mit der Situation der Flüchtlingsfrauen. „Besonders Frauen und Kinder, die bei uns ankommen und Schutz suchen, sind durch Krieg und Gewalt schwer traumatisiert", sagte die Bundesministerin. „Ich begrüße es sehr, dass Sie sich vor Ort dafür stark machen, dass auf deren Bedürfnisse so gut es geht Rücksicht genommen wird. Dazu gehört eine angemessene Unterbringung ebenso wie der Zugang zu speziellen Beratungsangeboten."
Eine weitere Forderung der Konferenzteilnehmerinnen war der Einsatz freiwerdender Mittel aus dem Betreuungsgeld für den Ausbau der Kindertagesstätten. „Fehlende Kinderbetreuung führt dazu, dass vor allem Mütter beruflich zurückstecken müssen. Die Folgen sind Fachkräftemangel, schlecht bezahlte Minijobs, niedrige Renten und Altersarmut", betont die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Borken, Irmgard Paßerschroer.
Darüber hinaus befassten sich die Gleichstellungsbeauftragten mit dem Thema „Cyber-Mobbing – der digitalen Gewalt an Frauen". „Jede fünfte Frau im Alter von 18 bis 29 Jahren ist inzwischen Opfer von Online-Belästigungen", erläutert Mechthild Roters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stadtlohn. „Hier ist es wichtig, Aufklärung zu leisten und Frauen Mut zu machen, sich gegen diese Form der Gewalt zu wehren."
Weitere Themen der Bundeskonferenz waren das Prostituiertenschutzgesetz sowie die Einführung von geschlechtergerechten Arbeitszeitmodellen. „Es gibt mittlerweile viele Männer, die als Väter sagen: Auch ich will Zeit mit meiner Familie verbringen, ich will nicht nur zum Gutenachtkuss zuhause sein", sagte Ministerin Schwesig. Wenn die Zeit für Familienaufgaben gerechter verteilt sei, dann werde auch die Arbeitszeit fairer verteilt. Sie setze sich daher stark für das Familienzeitmodell ein, das eine wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden für Frauen und Männer vorsehe.
Die Politik habe es immer noch nicht geschafft, Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes – „Männer und Frauen sind gleichberechtigt" – einzulösen. „Bei uns verdienen Frauen immer noch weniger als Männer. Frauen fehlen in Führungsetagen und in Kommunalparlamenten und Mütter haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Väter", konstatiert Edith Brefeld, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gronau.
Die Politik müsse endlich für Geschlechtergerechtigkeit und eine gute Zukunft von Frauen und Männern sorgen, war ein wichtiges Fazit der Tagung, dem sich die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreis Borken anschließen. „Wir haben viele wichtige Anregungen und Impulse bekommen, die wir sehr gut in unsere tägliche Arbeit integrieren können", fasst Anna Grütering-Woeste, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Borken, zusammen.

Dabei waren: (v. li.): Anna Grütering-Woeste (Stadt Borken), Ulla Mußenbrock (Stadt Velen), Ute Schulte (Stadt Rhede), Mechthild Roters (Stadt Stadtlohn), Sabine Rentmeister (Gemeinde Reken), Sybille Großmann (Stadt Ahaus), Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig, Christiane Betting (Stadt Gescher), Irmgard Paßerschroer (Kreis Borken) und Edith Brefeld (Stadt Gronau).

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