12.10.2015 Reken (pd). „Ist das nicht der Bruder von unserem Opa Helmut?" „Berni, guck mal, Rodolfos Eisdiele war früher einmal eine Tankstelle!" „Da standen ja kaum Häuser in Bahnhof Reken." „Hier ist meine Großtante Maria bei ihrer Kommunion, unglaublich."

Zwei Tage lang hatten die Rekener Bürger Zeit, in das letzte Jahrhundert einzutauchen, alte Gebäude und Höfe, zahlreiche Familien, Hochzeiten, die Torfstecher, alle Ortsteile und tausende von früheren Bewohnern der Gemeinde zu betrachten und die Vergangenheit unter die Lupe zu nehmen. Von diesem Angebot, ermöglicht durch das Heimatarchiv des Heimatvereins Reken, wurde reger Gebrauch gemacht.
Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war die Foto-Ausstellung „Alt Reken und Rekener Familien" das Ziel vieler hundert Interessierter aus dem Ort und der ganzen Umgebung.
Der 1895 geborene Landwirt Heinrich Korte aus dem Hadenbrock hatte ein für die damalige Zeit recht seltenes Hobby: Er hielt mit einer Großformatkamera zwischen 1910 und 1955 Rekener Motive auf Negativ-Glasplatten fest. Diese historischen Aufnahmen, ergänzt durch Schnappschüsse des Bahnhof Rekener Drogisten Karl Langheim aus den 30er-Jahren, haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Heimatarchivs Reken in monatelanger Arbeit eingescannt, ausgedruckt und – geordnet nach Themenbereichen - auf Stellwände drapiert.


„Der große zeitliche Aufwand hat sich gelohnt. Eine ganze Reihe von Besuchern hat in die Listen eingetragen, wer und was auf den Fotos zu sehen ist und uns damit geholfen, einige Geheimnisse der alten Aufnahmen zu lüften", resümieren Josef Sondermann und Karl-Otto Biedermann vom Heimatarchiv.
Außerdem, so fügen die beiden Hobby-Historiker hinzu, hätten ihnen mehrere Gäste weitere alte Dokumente und Schnappschüsse in Aussicht gestellt, die um 1900 entstanden seien und die sie dem Gemeindearchiv zur Verfügung stellen würden.
Dies hat auch Lisbeth Winkelmann vor, deren Urgroßvater Robert vor Jahren wegen der Arbeit ins Ruhrgebiet gezogen ist und deren Verwandte sie auf die Ausstellung aufmerksam gemacht hätten. „Ich finde es toll, was die freiwilligen Kräfte des Archivs geleistet haben und auch, dass sie jetzt gerne die auftauchenden Fragen von Neugierigen mit großer Sachkenntnis beantworten. Mir hat es Spass gemacht, die frühere Heimat meiner Vorfahren zu sehen und mich mit anderen Besuchern über die Geschichte und die Menschen Rekens zu unterhalten", betont die rüstige Seniorin aus Waltrop.Listen ein.
*Übrigens: Auch in der Zeit nach der Ausstellung gibt es für alle Interessierten Gelegenheiten, sich die historischen Fotos anzusehen. Zum einen jeweils donnerstags von 18 bis 20 Uhr in den Räumen des Heimatarchivs im Untergeschoss des RekenForums

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