12.11.2015 Maria Veen. „Kultur ist für alle da und sollte für alle zugänglich sein", sagt Jacqueline Wahlers. Die 26-jährige Heilerziehungspflegerin arbeitet seit einigen Jahren im Kultur- und Freizeitbereich des Benediktushofes und studiert berufsbegleitend Malerei und Grafik.

Aktuell erstellt sie in einem von der Aktion Mensch geförderten Projekt einen inklusiven Kulturführer für das Münsterland.

Dazu werden alle Kultureinrichtungen in den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie in der Stadt Münster erfasst und auf Barriere-Freiheit untersucht. „Gibt es Angebote für Menschen mit Sehbehinderung, Hörbehinderung oder Gehbehinderung? Wie sind die Zuwege zur Kultureinrichtung? Gibt es dort Informationen in einfacher Sprache, und wie sieht es beispielsweise mit behindertengerechten Toiletten aus?" Diese Fragen können die Grundlagen für einen Kriterienkatalog bilden, den Jacqueline Wahlers mit Unterstützung des Werkstattrates und des Bewohnerbeirates im Benediktushof erstellen wird, um dann mehrere Testpersonen und -gruppen damit loszuschicken.
Mit Bewohnern aus dem Benediktushof und anderen Einrichtungen der Behinderten-Hilfe sollen rund 350 Kultureinrichtungen im Münsterland besucht und auf Barrierefreiheit überprüft werden. Museen, Theater, Schlösser, Kinos und andere Veranstaltungsorte werden innerhalb der drei Jahre andauernden Projektphase angesteuert. Aus den gesammelten, erfassten und geordneten Daten soll ein alltagstauglicher Kulturführer erstellt werden, erläutert Projektleiterin Jacqueline Wahlers. „Der inklusive Kulturführer wird als Internetseite und als gebundenes Buch herausgegeben", sagt sie. „Und er soll, im Sinne des Teilhabegesetzes, allen Kulturfreunden mit und ohne Behinderung sowohl in normaler als auch in einfacher Sprache zugänglich sein."
Um das Projekt stemmen zu können, hat der Benediktushof vier Projektpartner: die Vereine Münsterland e.V. und Zugvogel e.V., die Liebfrauenschule Coesfeld sowie den Arbeitskreis der Freizeitpädagogen im Münsterland. Bei einem Infotag Anfang März im Benediktushof wird das Projekt diesen Partnern und weitere Kulturinteressierten vorgestellt.

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