21.11.2015 Groß Reken (geg). „Warum hier überhaupt ein Dorf entstanden ist, versteht niemand", so Hubert Tenbohlen, der wieder einmal seine Heimatliebe verdeutlichte, seinem Forschungsdrang nachgab und ein Buch über einen Teil der Rekener Geschichte geschrieben hat.

Es konnte dabei nicht geklärt werden warum sich die Sachsen im 7. Jahrhundert dort ansiedelten, obwohl keine Handelsstraße in der Nähe und die Wasserversorgung problematisch war. Denn Reken liegt auf einer Wasserscheide, will heißen: Das Wasser fließt seitlich weg anstatt ins Dorf.
Das Buch mit dem Titel „Dat olle Dorp" ruft durch seine Zeitreise sicherlich Erinnerungen an die Vergangenheit wach. Die Redewendung von der guten alten Zeit vermeidet der Autor, der zwei Jahre an dem Werk gearbeitet hat, aber bewusst. „Das will niemand der älteren Menschen hören, denn so gut war die Zeit nicht", sagte er am Donnerstagnachmittag bei der Buchvorstellung in der Spadaka Reken.


















Auch diesmal hat sich Tenbohlen, den die Leidenschaft des Schreibens und Forschens gepackt habe, als er vor 25 Jahren eine Chronik für den ehemaligen Arbeitgeber schrieb, wichtige Leute mit ins Boot geholt. Ludwig Bolle, ehemaliger Mitarbeiter des Katasteramtes Borken, der aufgrund seiner Fachkenntnis wichtige Informationen liefern konnte. „Etliche Male haben wir in den Katakomben des Kreishauses gesessen und geforscht", so Tenbohlen. Das Wörterbuch der Rekener Mundart stammt von Bernhard Schulze Holthausen, Wissenswertes aus der Vergangenheit von Heinrich Kuhrmann und Hermann Löbbing. Eine fast unerschöpfliche und wichtige Quelle waren auch die Aufzeichnungen des ersten Arztes in Reken, dem inzwischen verstorbenen Dr. Benson. Franz-Josef Bücker lieferte Informationen aus dem Heimatarchiv und der Hobbyfotograf Johannes Holthausen stieg in den Flieger und fotografierte das Dorf von oben, sodass Veränderungen im Landschaftsbild gegenübergestellt und dadurch gut zu erkennen sind. Die Geschichte der Rekener Juden steuerten Georg Meirick und Gerda Marie Möller bei.



















Einen breiten Raum im Inhalt des Buches nehmen die Eigentumsverhältnisse im Dorf um das Jahr 1900 ein, aber auch Dönekes haben dort ihren Platz gefunden.
Auch die Frage, warum es in Reken früher zwei strikt voneinander getrennte Ortsteile gab, die sich mitunter sogar feindlich gegenüber standen: das Ober- und das Unterdorf nämlich, wird in dem 210 Seiten starken Buch behandelt. Und wenn Sie wissen möchten was Teerbrenner sind, denn sie sind nicht das was die Bezeichnung vermuten lässt, oder was es mit der Sägegrube auf sich hat, dann, ja dann sollten Sie sich das Buch kaufen. Da stehts nämlich drin-  zwischen vielen anderen Dingen die man vielleicht als Rekener immer schon mal wissen wollte.
"Warum wir das Buch geschrieben haben?" Diese Frage beantwortet Tenbohle wie aus der Pistole geschossen „Für die Erinnerung der älteren Menschen an das vergangenen Landschaftsbild, an das vergangene Leben und an verstorbene Personen, sowie für die Neubürger und für den Nachwuchs, dem die Ortsentwicklung verdeutlicht wird, und dass es Reken mit seinen fünf Ortsteilen und den Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten so nicht immer gab."
Die Sponsoren - die NRW Stiftung und alle Rekener Geldinstitute machten es möglich, dass das Werk für 14,90 Euro zu haben ist. 400 Exemplare wurden gedruckt . Das Buch welches leicht zu lesen, durch viele Fotos besonders informativ gestaltet und recht unterhaltsam ist, ist sicherlich auch ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Das Buch ist im Buchladen Große Siestrup und bei den Rekener Bankinstuten in allen Ortsteilen erhältlich.




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