15.1.2016 Region (pd). Wie können wir in der Landwirtschaft schonender mit der Ressource Wasser umgehen? An dieser Frage haben im vergangenen Semester 60 Fachschüler/Innen für Agrarwirtschaft aus Borken und Bionik-Studierende der Westfälischen Hochschule in Bocholt getüftelt.

Ihre Forschungsarbeiten sind Teil des Regionale 2016-Projekts „Faszination LandLeben" und wurden in dieser Woche vorgestellt.

Es ist bereits das zweite Studienprojekt, das die Borkener Agrarstudierenden im Zuge der Regionale durchführen. Ende 2014 war der „Stall der Zukunft" Forschungsthema gewesen. Auch die Arbeiten zum Thema Wasser wurden interdisziplinär durchgeführt: Kooperationspartner waren Studierende des Studiengangs Bionik an der Westfälischen Hochschule in Bocholt. Bei der Bionik geht es darum, Mechanismen aus der Tier- und Pflanzenwelt zu nutzen, um technische Produkte zu verbessern. Ein Beispiel ist der Lotuseffekt, der Wasser und Schmutz zum Beispiel vom Auto-Lack besser abperlen lässt. Die Blätter der Lotus-Blume standen mit ihrer besonderen Oberflächenstruktur Pate.

 

Seit Oktober 2015 tüftelten die Studierenden und Fachschüler in neun Kleingruppen Ideen für einen besseren Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft aus. Das Projektthema wurde mit einer Exkursion zu zwei landwirtschaftlichen Betrieben gestartet. Danach erarbeiteten die Gruppen jeweils drei Konzepte, von denen schließlich eines weiter entwickelt wurde. „Die wöchentlichen Gruppenbesprechungen und besonders die beiden Zwischenpräsentationen sind für die Studierenden zusätzliche Arbeitspakete und immer auch eine Stresssituation, aber für den Projekterfolg sehr hilfreich und dienten somit als Entwicklungsleitplanken", erklärt Prof. Dr.-Ing. Alexander Sauer vom Westfälischen Institut für Bionik rückblickend.

Die Ergebnisse wurden in dieser Woche fast 200 Studierenden, Eltern, Unternehmensvertretern aus Landwirtschaft und angrenzenden Branchen sowie den betreuenden Professoren und Fachlehrern vorgestellt. Die gebauten Versuchsmodelle konnten im Anschluss in den Bionik-Laboren der Hochschule besichtigt und getestet werden – beispielsweise die technische Katzenzunge: Damit können Milchleitungen besonders wassersparend gereinigt werden. Auch der Chemikalienaufwand könnte durch das mechanische Verfahren der Arbeitsgruppe „Cattech" deutlich verringert werden. Die Gäste waren sich einig, dass der Prototyp in Zusammenarbeit mit interessierten Firmen möglicherweise zu einem marktfähigen Produkt weiter entwickelt werden kann – auch für Anwendungsbereiche außerhalb der Landwirtschaft.

Eine weitere der vorgestellten Arbeiten hat sich den Schützenfisch zum Vorbild genommen. Das Tier verschießt einen Wasserstrahl so gezielt, dass es damit Insekten in der Luft treffen kann. Das Prinzip ist beispielsweise bei der Bewässerung von Feldern anwendbar, um auch bei Wind gleichmäßig bewässern zu können. „Die Zusammenarbeit mit den zukünftigen Nutzern hat zu besonders reifen Lösungsansätzen geführt", sagt Prof. Dr. Tobias Seidl, Leiter des Westfälischen Instituts für Bionik.

„Die vorgestellten Ideen der Studierenden und Fachschüler sind erstaunlich und haben Anerkennung verdient. Der Umgang mit dem Wasser in der Landwirtschaft ist ein wichtiges Thema, gerade für das westliche Münsterland als landwirtschaftliche Intensivregion", sagt Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur in Velen.

Eine Zusammenfassung aller Arbeitsgruppenergebnisse wird voraussichtlich im März veröffentlicht.

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