3.5.2016 Klein Reken . Am 30. April, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der diesjährigen Wallfahrtssaison, startete die Kolpingsfamilie Klein Reken wieder zu ihrer 1990 erstmalig durchgeführten Wallfahrt zum Paulus-Dom in Münster.

Um kurz vor 3:00 Uhr Samstagnacht trafen sich 37 Pilger am Pfarrheim in Klein Reken. Immerhin 14 Neulinge hatten sich für den 58 km langen Fussmarsch nach Münster angemeldet.
Sie hatten allerdings kein gutes Wetter mitgebracht. In den ersten gut fünf Stunden bis Karthaus nieselte es kontinuierlich, danach wurde es aber trocken und wärmer. Davon ließen sich die Teilnehmer aber nicht beeindrucken. Nach dem Morgensegen und getreu dem Motto „Selbst der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt!" machten sie sich mit dem Kreuz vorweg, zügigen Schrittes auf ihren knapp 15-stündigen Tagesweg.
Später gegen 8 Uhr folgten ihnen dann trotz des trüben Wetters noch 12 Radfahrer.























Im Begleitheft hatten Marlies und Hubert Breuer für die 11 Stationen inspirierende Gebete, Texte und Lieder zu den 7 Werken der Barmherzigkeit, der Flüchtlingswelle und dem neuen Trend des Pilgerns zusammengestellt. Papst Franziskus selbst hatte die Gläubigen ja aufgerufen in diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit „mit den Füßen zu beten und sich als Pilger im Glauben auf den Weg zu machen" sowie die Werke der Barmherzigkeit zu leben. In moderner Fassung lauten sie:
1. Du gehörst dazu.
2. Ich höre dir zu.
3. Ich rede gut über dich.
4. Ich gehe ein Stück mit dir.
5. Ich teile mit dir.
6. Ich besuche dich.
7. Ichbete für dich.
Das diese zu leben und der Weg nach Münster nicht immer leicht ist, konnten die Teilnehmer sicher unterwegs, abends und bestimmt auch noch am nächsten Morgen spüren und erfahren. Doch das Bild vom Weg des Lebens, vom „Lebensweg" ist schon wahr: Leben lernt man im Gehen. Und der Weg wächst bekanntlich unter den Füßen. Unterwegssein durch Gottes Schöpfung bringt uns Menschen mit Gottes Handeln und mit unserer eigenen Verantwortung in unserer Welt in Berührung. Das „auf dem Weg sein" bedeutet Gebet, Gespräch, Wahrnehmung, bedeutet reflektieren des eigenen Lebensweges. Es heißt auch, uns aus dem Alltag herausholen und unserem Leben, unserem Lebensweg eine neue Tiefe geben.


Unsere „guten Seelen im Hintergrund", Karin und Wolfgang Wortmann, sowie Norbert Kuckuk als unverzicht- und unbezahlbare Begleiter sorgten nach drei Sunden und gut 16 km für ein reichhaltiges Frühstück in einer Scheune in Dülmen-Börnste. Ob Bänke und Tische, belegte Brötchen, heißer Kaffee, Eier, Tomaten, Obst und kühle Getränke, alles ist serviert, was der Wallfahrer zur Stärkung für seinen weiteren Weg braucht. Auch dort und an den weiteren Stationen stehen Wolfgang und Norbert immer wieder parat.
Danke, ihr seid ein tolles Team.
Bei der Morgenandacht in Karthaus und auf den weiteren Etappen zeigte sich das Wallfahrtsteam sehr homogen, blieb meist eng beieinander, hilfsbereit gegenüber anderen, intensiv beteiligt an Gesprächen, bei Gebeten und beim Kreuz tragen. Aufkommende Ermüdungserscheinungen werden beim Rosenkranzgebet verscheucht, Blessuren in den Pausen mit regelmäßiger Fußpflege, fester und flüssiger Nahrung sowie durch die Schönheit der münsterländischen Parklandschaft behandelt. Trotzdem fällt es ab Mittag, insbesondere nach den Pausen dann zunehmend schwerer wieder „in die Gänge zu kommen".
Für einige Pilger dient dann das Begleitfahrzeug als „Erholungsstätte".
Endlich – gegen 17:40 Uhr ist das Ziel, der Domplatz in Münster erreicht. Müde, ausgelaugt, mit brennenden Füssen und schmerzenden Beinen, aber glücklich und sichtlich stolz werden wir von einem Spalier der Radfahrer und Abholer begrüßt und beklatscht. Schließlich gratulieren wir uns gegenseitig zum wieder tollen Wallfahrtserlebnis.
Diakon Heinz Wolf, der die Strecke ohne Vorbereitung absolviert, fasst in der Abschlussandacht in der Marienkapelle die Eindrücke und das Wesentliche noch mal zusammen. Die Wallfahrer unterwegs spüren eine tragende Gemeinschaft,
sie begliten sich gegenseitig, stärken und stützen sich. Ähnlich wichtig ist es auch im richtigen Leben, sich auf jemanden, insbesondere den Partner oder Freund verlassen zu können und ihm zu sagen „Ich brauche dich".
Die Teilnehmer jedenfalls waren beim abendlichen Rückblick im Pfarrheim von dieser hervorragend organisierten Wallfahrt begeistert.
Sie wollen im nächsten Jahr am letzten Samstag im April, den 29.04.2017 wieder mit „den Füßen beten" und den Weg nach Münster gehen.
Hubert Breuer zur Münsterwallfahrt am 30. April 201
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