Groß-Reken/Steinfurt (Münsterland),  Im RekenForum in Groß-Reken haben die Vertreter der Evangelischen Kirche im westlichen Münsterland den Rahmen für die zukünftigen Arbeitsfelder des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken abgesteckt.


Während der Kreissynode votierte eine große Mehrheit der rund 100 Delegierten aus den 20 Kirchengemeinden sowie den kreiskirchlichen Diensten
für eine Konzentration kreiskirchlicher Angebote. Kirchensteuermittel fließen somit ab 2020 vorrangig in das Diakonische Werk, in die Angebote der
Evangelischen Jugend im Kirchenkreis, in die kirchliche Arbeit an Schulen sowie in die Arbeitsfelder Kirchenmusik, Notfallseelsorge oder die theologische Leitung und Verwaltung.
""„Mit den jetzt festgelegten inhaltlichen Schwerpunkten stellen wir uns trotz gegenwärtig noch guter Situation auf mittelfristig rückläufige Kirchensteuermittel ein", erklärt Superintendent Joachim Anicker. „Zugleich geben wir unserem Kirchenkreis überregional für die kommenden Jahre ein
Profil in den Handlungsfeldern Diakonie, Jugendarbeit und Notfallseelsorge. Andere Bereiche müssen demgegenüber etwas zurückgefahren werden", so der leitende Theologe des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken weiter. Zugleich beauftragte die Kreissynode den Kreissynodalvorstand, ein Zukunftskonzept zur Bildungsarbeit im Kirchenkreis zu erstellen. Aktuell belaufen sich die Einnahmen aus Kirchensteuermitteln im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken auf rund 10,1 Millionen Euro (2016).
Die 20 Kirchengemeinden erhalten davon 5,97 Millionen Euro, kreiskirchliche Angebote werden mit 2,93 Millionen Euro finanziert.

Nach den Worten von Bernd Hillebrand, Leiter der Evangelischen Jugendbildungsstätte Nordwalde, wirke sich die stagnierende Zahl von Flüchtlingen innerhalb der EU mittlerweile auch im Kirchenkreis aus. Hatten die Synodalvertreter zu Jahresbeginn noch mit großer Mehrheit für die Unterbringung von bis zu zwei Gruppen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in der „Jubi" votiert, sei eine teilweise Umgestaltung des Bildungshauses zu einer Einrichtung der Jugendhilfe mittlerweile nicht mehr erforderlich. „Tatsächlich hat sich der Bedarf an Betreuungsplätzen für minderjährige Flüchtlinge ohne Familien anders entwickelt als noch Ende 2015 angenommen", berichtet auch Superintendent Anicker. Eine Entscheidung über die Zukunft der Evangelischen Jugendbildungsstätte erwartet der Theologe nun zum Jahresende 2016. „In den zurückliegenden Jahren haben wir eine sehr gute Belegung unseres Bildungshauses erreicht und den Beherbergungsbetrieb wirtschaftlich erfolgreich gestalten können", weiß Tagungsstätten-Leiter Hillebrand. Gegenwärtig bietet die „Jubi" einer Flüchtlingsfamilie Obhut und ermöglicht einem jungen Iraker ein Praktikum in der evangelischen
Einrichtung.

Zugleich würdigte Anicker das enorme Engagement vieler Kirchengemeinden für Geflüchtete und Asylsuchende: „In vielen Gemeinden stehen wir jetzt vor der Aufgabe, Menschen eine längere, lebenswerte Perspektive zu eröffnen und aktive Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen." Der Superintendent berichtet von zahlreichen Sprachkurs-Angeboten, der Beteiligung einzelner Kirchengemeinden an Runden Tischen (Steinfurt, Nordwalde-Altenberge), von sozialen Kaufhaus-Initiativen (Dülmen), einer Flüchtlingsverfahrensbegleitung (Emsdetten) oder einem erfolgreichen
Kirchenasyl (Rhede).

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