4.8.2016 Kreis Borken. Mobilität und Klimaschutz: Da besteht ein enger Zusammenhang. Der Verkehrssektor hat mit 35,7 Prozent den größten Anteil am Endenergieverbrauch im Kreis Borken.
Mit einem Anteil von 33,9 Prozent liegt er beim Ausstoß von CO2 auf Platz 2, knapp hinter dem Sektor Wirtschaft, dem größten Emittenten im Kreis. Nachhaltige Mobilitätslösungen stellen im ländlichen Raum jedoch eine besondere Herausforderung dar.
Große Entfernungen zwischen den Siedlungsbereichen und Infrastruktureinrichtungen erklären die hohe Bedeutung des motorisierten Individualverkehrs im Kreis Borken. Rund 46 Prozent der Wege werden mit dem Auto zurückgelegt.
Klar ist: Ab einer Entfernung von 5 km wird in der Regel „nicht mehr aufs Rad gesetzt". Die gute Nachricht aber: Der Radfahranteil ist mit 33 Prozent im Kreis Borken überdurchschnittlich hoch. Den Kreis-Spitzenwert für Radverkehr erreicht mit 41 Prozent Vreden. Damit hat diese Berkelstadt Münster in Sachen Radverkehr eingeholt.
Diese und viele weitere Zahlen und Daten lieferte unlängst die vom Fachbereich Verkehr der Kreisverwaltung Borken in Auftrag gegebene kreisweite „Mobilitätsuntersuchung". Da nach dieser Untersuchung 60 Prozent der von der Kreisbevölkerung jeweils zurückgelegten Wege tatsächlich nur bis zu 5 km lang sind, besteht ein großes Verlagerungspotential vor allem in Richtung Rad- und Fußverkehr - zumal Elektrofahrräder (E-Bike/Pedelec) eine Chance bieten, die Rad-Distanzen zu erhöhen. Sie präsentieren sich somit gerade im fahrradfreundlichen Münsterland als Alternative zum Auto.
Bereits 21 Prozent der Haushalte im Kreis Borken besitzen inzwischen ein Elektrofahrrad – Tendenz
steigend. „Mit dem Elektrofahrrad entsteht die Perspektive, dass auch Wegstrecken über 5 km regelmäßig mit dem Rad zurück gelegt werden", blickt Kreisverkehrsdezernent Dr. Hermann Paßlick in die nahe Zukunft.
Der Kreis und die Kommunen bemühen sich, das Angebot des „Umweltverbundes" –insbesondere also für ÖPNV, Rad, Fußverkehr – weiter zu verbessern.
Beispielsweise soll zwischen Isselburg und Coesfeld der „REGIO.VELO" entstehen, ein Radschnellweg, der die auf dieser Strecke liegenden Kommunen unter optimalen Bedingungen direkt verbindet. Der erste Spatenstich für den Abschnitt zwischen Rhede und Bocholt könnte im nächsten Jahr stattfinden.
Ein weiteres Regionale 2016-Projekt mit Namen „BahnLandLust" unterstützt den Ausbau der Bahnlinie Coesfeld – Reken – Dorsten, um dort das ÖPNV-Angebot aufzuwerten und eine umsteigefreie Durchbindung nach Essen zu erreichen. Gleichzeitig soll die Vernetzung der Verkehrsträger Bahn, Bus und Rad verbessert werden.
„Genau darauf zielt auch die gerade angelaufene neue Nahverkehrsplanung des Kreises", betonen der Kreisverkehrsdezernent und die neue Leiterin des Fachbereichs Verkehr, Dr. Gerswid Altenhoff-Weber. Ein seit langem etabliertes Angebot sei vielerorts überdies der ehrenamtlich betriebene Bürgerbus, der den öffentlichen Nahverkehr ergänzt. Auch die Digitalisierung werde mehr Mobilität im Umweltverbund ermöglichen: „Mit dem Smartphone wird vieles einfacher. Die App der deutschen Bahn beispielsweise zeigt ÖPNV-Verbindungen an und integriert dabei auch das lokale Busnetz. So hat man den Busfahrplan immer in der Tasche." Dabei ist diese nur eine von vielen Apps zum Thema Mobilität. Auch für E-Autos
gibt eine App die Gelegenheit, online nach Stromtankstellen zu suchen.
„Mit der Aktion „Jobrad" ist das Thema nachhaltige Mobilität auch in vielen Betrieben angekommen", erläutert die Klimaschutzmanagerin des Kreises, Isabel Stasinski. Das Format biete die Möglichkeit, (Elektro-) Fahrräder über den Arbeitgeber als Dienstfahrzeug zu leasen. Dadurch entstehen sowohl für den Arbeitgeber als auch für die Arbeitnehmer handfeste Vorteile. Die Leasingrate wird als Gehaltsumwandlung vom Bruttolohn abgezogen. Das wirkt sich wiederum positiv auf den Nettolohn aus. Ähnlich wie bei einem Dienstwagen wird ein Prozent des Listenpreises versteuert, sodass der Arbeitnehmer durch Einsparungen bei der Lohnsteuer profitiert und das Rad für ihn noch günstiger ist. Der Arbeitgeber hingegen profitiert von gesunden und ausgeglichenen Mitarbeiterinnen und Mtiarbeitern. Bekannte Anbieter für das Fahrradleasing sind z.B. eurorad.de, jobrad.de, businessbike.de oder leasing-ebike.de.

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