16.8.2016 Maria Veen (geg). Bei der Bogensport-Abteilung des SVB Reken war in den letzten Tagen eine Menge los. Hauptsächlich hatten die Mitglieder anstelle von Pfeil und Bogen Handwerkszeug oder Schreibutensilien in der Hand, um das Vereinsgelände  für eine besondere Veranstaltung vorzubereiten.

Denn am Samstag wird dort die Deutsche Meisterschaft des Behindertensportverbandes ausgerichtet.
30 Strohscheiben mussten unter anderem dafür angeschafft werden, die Ständer wurden von den Mitglieder gebaut, genauso wie die Unterstände zum Schutz gegen Regen. Was die Verantwortlichen besonders freut: “Hier packt jeder mit an“, so Johannes Illerhues.
















Ein weiterer Grund zur Freude: "Die örtlichen Banken, sowie die Gemeinde haben uns unterstützt."
Die Vereinsgeschichte der Sportgruppe im SV Benediktushof ist noch recht jung. Im Jahr 2007 wurde die Bogensportabteilung wiederbelebt und wuchs recht schnell auf 70 Mitglieder an
Dafür, dass sie das Gelände hinter dem Wohnblock als Verein nutzen dürfen, gibt es montags kostenlose Trainingseinheiten für die Bewohner des Hauses.

















Viele Mitglieder des Vereins fahren regelmäßig zu Wettkämpfen. „Diese erfordern eine enorme Konzentration. "Sechs Stunden Bogenschießen haben einen Energieverbrauch eines Marathonlaufens“, erklärt Bezirkskadertrainer Andreas Olschewski. Geschossen wird in der Regel auf 30, 50, 70 und 90 Meter entfernte Zielscheiben in verschiedenen Klassen. Dafür gibt es auch verschiedene Bogentypen: Lang-, Compound -oder der Rescuebogen, die sich in Aufbau und Reichweite unterscheiden.
Worauf der Verein stolz ist? „Wir sind mittlerweile Bezirkskaderstützpunkt“, so Illerhues.
Und: Ein angehender Olympionike ist Mitglied im Verein. Es ist der 16jährige Vincent Olschewski, der zwei Jahre lang das Sportgymnasium in Jena besuchte und derzeit noch bei Wettkämpfen für den Landeskader Thüringen an den Start geht. Er kam im Alter von 10 Jahren zum Bogensport.
Dreimal in Folge holte er mit der thüringischen Mannschaft den Titel des Deutschen Meisters.



















Da er das Sportgymnasium im Sommer verlassen hat, startet er ab Herbst für den Landeskader Nordrhein Westfalen. Sein Ziel ist es, im Februar 2018 an der Jugendolympiade in Brasilien teilzunehmen. Ob er das schafft? „Im Moment bin ich nicht so gut drauf“, schätzt er sich selbst ein. Das nächste Ziel wäre dann die Olympiade im Februar 2024. Ein weiter Weg, der geprägt ist von Ausdauer und Disziplin liegt also vor ihm.
Vincent trainiert zwischen all den lachenden und lärmenden Mitgliedern, die das Wettkampfgelände für Samstag herrichten. 200 Pfeile schießt er jeden Tag, dazu kommt eine halbe Stunde Ausdauertraining.


Stört der Lärm und das Gewusel nicht die Konzentration? „Nein“, sagt Johannes Illerhues. Jeder müsse beim Schießen seinen eigenen Tunnel finden und sich von der Umgebung lösen. Das eigene Körpergefühl, das Ausbalancieren der Kraft ist beim Schießen am wichtigsten, die Augen spielen da eher eine untergeordnete Rolle.
Vincent wirft ein: “Als ich gesehen habe wie Lisa Unruh sich beim Olympiawettkampf beim Schießen aufstellte, konnte ich das Ergebnis vorhersagen.“
Und da das Bogen schießen weniger mit den Augen zu tun hat, gibt es sogar blinde Sportler die diese Disziplin ausüben.
Der Verein hofft, dass der Bogensport durch den Medaillenerfolg von Lisa UNruh ein wenig mehr Beachtung findet. Beachtung finden die 120 Sportler mit ganz unterschiedlichen Behinderungen aus ganz Deutschland am Samstag ganz gewiss.
Der Wettkampf findet übrigens bei jedem Wetter statt. Andreas Olschewski und Johannes Illerhues hoffen auf viele Besucher.


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