„Im Zweifel lieber stehen bleiben“

Bewohner des Benediktushofes üben sicheres Verhalten im Straßenverkehr
26.10.2017 Maria Veen (pd). Der weiße Bulli nähert sich mit Tempo 30 – das ist in diesem Bereich der Straße „Am Kloster“ die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Plötzlich sieht er einen größeren Gegenstand auf der Fahrbahn. Bis er das Hindernis erkennt und mit dem Bremsen beginnt, hat er 9 Meter zurückgelegt. Nach weiteren 4,5 Metern steht der Wagen. Alles gutgegangen. - In einem zweiten Versuch wird mit Tempo 50 die zulässige Geschwindigkeit überschritten. Der Fahrer sieht das Hindernis. Doch bevor er bremsen kann, hat er bereits 15 Meter zurückgelegt. Der größere Gegenstand – zwei gestapelte Pappkisten – fliegt mit einigem Lärm durch die Gegend.


Foto: Die Seminarteilnehmer erfahren, wie groß die vier „toten Winkel“ bei einem Bulli sind.

Die Personengruppe am Straßenrand zuckt zusammen. „Wenn an der Stelle gerade ein Mensch die Straße überquert hätte, wäre der Aufprall nicht so glimpflich ausgegangen“, wird allen schlagartig bewusst.
Zum Glück waren die Situationen nur nachgestellt. Beim Verkehrssicherheitstraining mit der Kreispolizeibehörde Borken üben einige Bewohner des Benediktushofes in der ersten Herbstferienwoche das angemessene Verhalten im Straßenverkehr. Theorie und Praxis stehen auf dem Stundenplan. Neben der praktischen Demonstration von Anhalte-Wegen eines Fahrzeuges bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten lernen die Bewohner auch, wie sich Reaktions- und Bremswege berechnen lassen und wie schnell sich ein Anhalte-Weg selbst bei vermeintlich niedriger Fahrzeug-Geschwindigkeit vervielfacht. „Wenn sich ein Fahrzeug nähert und Sie unsicher sind, ob Sie vorher die Straße überqueren können, sollten Sie im Zweifel unbedingt stehen bleiben und warten“, geben die Polizisten Andreas Rudde, Josef Rickers und Gina Ligges den Benediktushof-Bewohnern mit auf den Weg. Lieber eine Minute später am Arbeitsplatz erscheinen, als einen Unfall zu riskieren, raten die Verkehrssicherheitsberater.
Ähnliches gilt für Rollstuhlfahrer, Fußgänger oder Radfahrer an Kreuzungen. Überrascht stellten die Seminar-Teilnehmer fest, wie groß die vier toten Winkel bei einem Bulli oder gar Lkw sind. Das gelte, trotz Blick in die Seitenspiegel, insbesondere beim Rechtsabbiegen. „Auch hier im Zweifel lieber warten und damit rechnen, dass man nicht gesehen wird“, meinen die Verkehrstrainer. Sie übten mit den Benediktushof-Bewohnern sicheres und vorausschauendes Verhalten im Straßenverkehr an mehreren Knackpunkten in Maria Veen und Groß Reken.


Foto: Langsam heißt nicht ungefährlich: Auch bei Tempo 30 braucht ein Wagen 13,5 Meter, bevor er steht.

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