Fahrt zur Seligsprechung zum Würzburger Dom

Text und Fotos Heinz Gremme
29.9.2016 Maria Veen. 42 Mitglieder der Kolpingsfamilie Maria Veen und des Freundeskreises Mariannhill und Gäste waren 3 Tage in Bayern unterwegs, um an der Seligsprechung des Mariannhiller Missionars P. Engelmar Unzeitig teilzunehmen.

Einladungen waren dazu vom Bischof von Würzburg und P. Michael, dem Superior der Mariannhiller Missionare ausgesprochen.
Eine Seligsprechung ist in der römisch-katholischen Kirche ein kirchenrechtliches Verfahren, bei dem der Papst nach langer Prüfung erklärt, dass ein Verstorbener als Seliger bezeichnet werden und als solcher öffentlich verehrt werden darf. Für die Mariannhiller Missionare ist die Seligsprechung ihres Mitbruders eines der größten Ereignisse der Ordengeschichte.
Am Freitagmorgen startete der Bus mit den Würzburgfahrer in Maria Veen. In Limburg gab es eine Mittagspause. Neben dem Besuch im beeindruckenden Dom wurde natürlich ein Blick auf das inzwischen berühmte Bischofshaus geworfen. Äußerlich sieht das Gebäude bescheidener als erwartet. Die Altstadt von Limburg beeindruckte mit ihren schönen alten Fachwerkhäusern. Dann ging es weiter in das Städtchen Lohr am Main zum Hotel. Der Abend wurde gekrönt von einer fränkischen Weinprobe.
Am Samstag fuhr die Gruppe früh nach Würzburg, um in einem einstündigen Rundgang das Zentrum dieser schönen Stadt am Main kennen zu lernen. Nach individuellen Besichtigungen und Mittagessen fand sich die Gruppe früh auf den reservierten Plätzen im Dom wieder. Schon hier traf man viele Mariannhiller Missionare und Schwestern.















In einer beeindruckenden zweistündigen Feier mit 1600 Gläubigen, zwei Kardinälen, 5 Bischöfen und mehr als 70 Priestern verlas Kardinal Amato, der aus Rom gekommen war, die Urkunde, in der Papst Franziskus die Seligsprechung aussprach. Direkt vor der Maria Veener Gruppe im Dom waren einige Gegenstände aus dem Besitz von P. Engelmar ausgestellt. Sie waren nach dem Krieg in amerikanische Obhut gelangt und vor einigen Monaten den Mariannhiller Missionaren ausgehändigt worden. Mit der Gabenprozession wurden diese Gegenstände feierlich zum Hauptaltar getragen, u. a. von Sr. Reingard CPS (aus Maria Veen). Sr. Ulrike aus Maria Veen waren bei den Fürbitten zu hören. Ein weiterer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Enthüllung eines neuen Gemäldes von P. Engelmar, das den ganzen Hauptaltar bedeckte.















Nach dem Gottesdienst fand auf dem Kilianplatz direkt am Dom eine Begegnung statt. Bei einem Schoppen Wein, Bier und Knabbereien (alles vom Bischof ausgegeben) trafen sich viele alte Bekannte. Neben der Reisegruppe aus Maria Veen waren auch viele Lehrer und Mitarbeiter des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare nach Würzburg gekommen. Beeindruckend war die bunte Vielfalt der Besucher und Ordensleute.















Am Sonntag fand der nächste Höhepunkt der Reise statt: Vor der Fahrt nach Würzburg warf die Gruppe einen kurzen Blick auf das Aloysianum in Lohr. In diesem Internat der Mariannhiller Missionare waren Generationen von Schülern untergebracht, die in Lohr zum Gymnasium gingen. In Würzburg war die Gruppe bei den Mariannhillern zu Gast. Vormittags wurde in der Herz-Jesu Klosterkirche an der Mariannhillstrasse die Seligsprechung gefeiert. In einem Festgottesdienst wurde die Urne von P. Engelmar aus der Seitenkapelle der Kirche in den Hauptaltar überführt. In feierlicher Prozession zogen zwei Bischöfe und 61 Priester zum Festgottesdienst ein, der zusätzlich in den Speisesaal und ein großes Zelt im Garten übertragen wurde.

















Nach der Messe und einem Mittagsimbiss konnte man den Film über Engelmar Unzeitig ansehen und der Erläuterung des im Dom enthüllten Bildes durch die Künstlerin beiwohnen. Der Mariannhiller P. Andreas Rohring führte als Interviewer durch das Gespräch mit der Künstlerin, um die Frage zu beantworten, wie man einen Menschen darstellt, der schon länger verstorben ist und von dem es nur wenige Fotos gibt. Dabei meldete sich ein älterer Herr, der P. Engelmar persönlich kennen gelernt hatte und betonte, das Bild habe sein gütiges und friedvolles Wesen hervorragend dargestellt. Auch der Klosterladen und die Missionsausstellung fanden viele Besucher. Nach einer Orgelvesper mit Texten von P. Engelmar trat man den Heimweg nach Maria Veen an.













Was hat die Reisenden beeindruckt? Das ausgezeichnete Sommerwetter, ein schönes Hotel und die perfekt organisierten Feierlichkeiten im Dom und bei den Mariannhillern waren natürlich schon eine gute Basis für eine erfolgreiche Fahrt. Beeindruckend, wie viele Menschen sich der Tschechei, aus allen Erdteilen sich im Dom und bei den Mariannhillern trafen. Zwei Nichten und andere, die P. Engelmar noch erlebt haben, waren dabei. Eine Seligsprechung erlebt man nicht alle Tage (die letzten in Deutschland waren 2013 und 2011).

Zur Person:
P. Engelmar wurde als Hubert Unzeitig am 1. März 1911 in Greifenau in Ostmähren geboren. 1939 wurde er in Würzburg zum Priester geweiht. Er wirkte als Pfarrer in Glöckelberg, im heutigen Tschechien. Weil er im Religionsunterricht und in seinen Predigten gegen die Verfolgung der Juden durch die Nazis protestierte, wurde er 1941 durch die Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Er meldete sich freiwillig zur Pflege von Typhuskranken und verstarb kurz vor Kriegsende am 2. März 1945 an Flecktyphus. Seine Asche wurde aus dem Lager geschmuggelt und nach Würzburg gebracht.
Am 22. Januar 2016 wurde P. Engelmar von Papst Franziskus offiziell zum Märtyrer erklärt. Am 24. Sep. fand im Dom zu Würzburg die Feier der Seligsprechung statt.

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