Schöne Idee: „Turmhotel“ für Vögel, Fledermäuse und Insekten

12.9.2016 Heiden. Ein Gemeinschaftswerk der ganz besonderen Art ist jetzt offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Nach Umbau hat die frühere RWE-Umspannstation am Kranenmeer in Heiden nun eine neue Funktion erhalten.
Sie dient künftig als „Turmhotel“ für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Um dieses Artenschutzprojekt zu realisieren, haben Innogy (ehemals RWE), Gemeinde Heiden, Natur- und Vogelschutzverein Borken sowie die Stiftung „Kulturland Kreis Borken eng zusammengearbeitet. Heidens Bürgermeister Hans-Jürgen Benson, Innogy-Kommunalbetreuer Michael Schmidt, Günter Böing vom Natur- und Vogelschutzverein sowie Stiftungs-Geschäftsführerin Edith Gülker freuten sich bei der offiziellen „Schlüsselübergabe“ gemeinsam mit Anliegern über diese gelungene Kooperation.


Und bei dem Termin wurde bereits zur Freude aller Gäste ein neugieriger Turmfalke gesichtet.
Im vergangenen Jahr hatte die Stiftung Kulturlandschaft auf Anregung des damaligen Heidener Bürgermeisters Heiner Buß die funktionslos gewordene rund neun Meter hohe Umspannstation übernommen. Landschaftsingenieur Norbert Stuff vom Kreis Borken sorgte dann mit dem Borkener Natur- und Vogelschutzverein für deren fachgerechten Umbau auf der Basis eines ökologischen Fachgutachtens.
Hergerichtet wurde der Turm für Vogelarten, wie Turmfalke, Sperling, Mauersegler, Hausrotschwanz, Meisenarten und Schwalben. Auch Fledermäuse und Insekten finden dort Unterkunft. In die Öffnungen im oberen Drittel des Turms, durch die früher 10.000 Volt-Leitungen zu den Transformatoren führten, sind jetzt Wohnstätten für Turmfalken und Spatzenkolonnien integriert. Über eine
weitere Öffnung besteht für Fledermäuse die Möglichkeit einzufliegen. Im Inneren des Turmes werden für sie in den nächsten Wochen noch Quartiere
nachgerüstet. Zudem wurde der Turm oben von außen mit einer
Lärchenholzverschalung versehen. An einigen Stellen hat diese von unten Zugänge
erhalten, um Fledermäusen den Zugang hinter die Verschalung zu ermöglichen.
„Das werden sicherlich Lieblingsquartiere für sie werden“, ist sich Norbert
Stuff sicher.
Überdies wurden an verschiedenen Stellen des Turmes Nisthilfen des Natur- und
Vogelschutzvereins Borken angebracht. Da sind Halbhöhlen für
Hausrotschwänzchen, Höhlen für Meise, Spatz und Star. Hohltauben und Hornissen
bekommen eigene Quartiere. Unter dem Dach gibt es Angebote für Mehlschwalben.
Selbst für eine kleine Kolonie von Mauerseglern findet sich Platz. Zwei dicke mit Bohrungen versehene Baumscheiben übernehmen die Funktion eines „Insektenhotels“. Diese Quartiere sollen gleichzeitig als Musterbeispiele dafür dienen, wie Haus-und Gartenbesitzer selbst etwas für den Artenschutz tun können. Denn häufig entfallen inzwischen Nischen und Höhlen an Fassaden sowie unter Vorsprüngen und Dächern von Privathäusern, da die Gebäudehüllen aus energetischen Gründen „dicht" sind.
In Kürze werden noch Infotafeln aufgestellt, die das Leben im und am neuen „Turmhotel“ erläutern. Fachleute des Natur- und Vogelschutzvereins werden die weitere Betreuung übernehmen.

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