15.3.2015 Klein Reken (geg). Wahre Kunstschätze lagern derzeit im Keller der Elleringsschule und warten darauf, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Aber: Die Ausstellung ist noch nicht komplett. Erst zum Schulfest im Juni werden die Kunstwerke der Öffentlichkeit als Ganzes gezeigt.

Derzeit arbeiten die Grundschüler noch fleißig mit Veronika Wenker an ihren Werken. Finanziert vom Programm „Kultur und Schule" des Landes Nordrhein-Westfalen und der Gemeinde Reken sorgt die Kunstpädagogin seit einigen Jahren schon dafür, dass die Grundschulen im Ort Farbe erhalten. Diese Aktionen hat Veronika Wenker in der Vergangenheit bereits an der Antonius- sowie der Michaelgrundschule praktiziert (Wir berichteten).
Im laufenden Schuljahr 2014/15 machen die Dritt- und Viertklässler der Ellering-Schule klassenweise in je einer Doppelstunde pro Woche ihre Erfahrungen mit der Kunst. Dabei arbeitet Veronika Wenker in Gruppen mit acht Kindern. „Mehr geht nicht", sagt sie.



















„In den letzten Monaten haben die Kinder in gemeinschaftlicher Arbeit gruppenweise Bilder gemalt, ausrangierte Stühle individuell mit viel Fantasie künstlerisch gestaltet und auch größere Objekte geschaffen", berichtet die Gemeindemitarbeiterin und ergänzt: „Auch die Arbeit an der Computer-Collagen, womit wir zurzeit beschäftigt sind, kommt bei den Jungen und Mädchen gut an."
Das kann Henning aus der Klasse 4a nur bestätigen: „Wir haben alte Rechner zerlegt und Leinwände bespannt, auf die wir die einzelnen Teile jetzt aufkleben. Das macht echt richtig Spaß und sieht cool aus." Wobei die Betonung auf zerlegt und nicht zerstört liege. Darauf weist Veronika Wenker hin und bezeichnet es als eine kleine Meisterleistung, dass die kleinen Hände Schräubchen für Schräubchen, Platine für Platine, Kabel für Kabel und was sonst noch so alles in einem Computer verarbeitet ist, demontiert haben. Konzentriert arbeiten die Jungen und Mädchen, kleben hier und kleben da, helfen sich gegenseitig und sind so vertieft, dass sie alles um sich herum zu vergessen scheinen.






























Aber nicht nur für die Kinder ist dieses Projekt eine Bereicherung, wie unschwer zu erkennen ist. Eine kleine Anekdote am Rande hat die Künstlerin zu erzählen: „Bevor wir die Arbeiten jeweils in Angriff nehmen, sprechen wir im Kreis über gewisse Regeln die wichtig und einzuhalten sind. Dabei fragte ich auch, was die Kinder denn denken, was ich selbst anders machen könnte. "Ein Mädchen habe spontan geantwortet: "Du kannst uns in den Pausen durcharbeiten lassen".

Im Lagerraum stehen schon fertige Gemälde, bei denen zum Malen und Gestalten teilweise auch Moorlauge verwendet wurde. „Wir sind hier ein Moorgebiet und da liegt es doch nahe das Material zu verwenden", so Veronika Wenker. Sie zeigt einige abstrakte Werke, deren Farben ganz warm und harmonisch sind. Bunt und schrill dagegen wirken die umfunktionierten Stühle, die unter Anwendung der kindlichen Ideenschmiede zu teilweise schrägen Skulpturen wurden.
"Die kindliche Fantasie gleicht einer unversiegbaren Quelle, aus der die Jüngsten schöpfen, um sich und ihre Gedanken über die Welt zu erzählen", so Veronika Wenker, die auch Gründungsmitglied der Rekener Farbmühle ist. Ziel der Projekte, die sie an den Schulen durchführt ist es, Kinder ihren eigenen Ausdruck finden zu lassen und das ohne inneren Druck. Dass diese "Loslassen lernen" von Raum und Zeit.

Im Laufe ihrer Arbeit hat Veronika Wenker erfahren, dass Kinder und Jugendliche ein sehr hohes Potential an Kreativität besitzen. Besonders in den ersten Schuljahren gingen die Kinder noch unbefangen an die Kunst heran. Wenker ist überzeugt: "Wenn wir Kinder und Jugendliche in einem geschützen, kritik- und bewertungsfreien Raum arbeiten lassen, wird die Sensibilitat und die Fllexibilität des Kindes erfassbar."
Diese Erfahrung könne auch auf andere Lebensbereiche übertragen werden. " Die Ergebnisse im Bereich der Kunst lassen schwächere Kinder wachsen", so Veronika Wenker, und:"Die Kreativität gibt ihnen Wertschätzung und Selbstbewusstsein, außerdem auch Stärke, welche sie im Alltag dringend benötigen".

 

Weitere Fotos:
http://www.reken-erleben.de/index.php/bilder/kunst-ag-fotos-gaby-eggert

 

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